Und die Nacht wird zum Licht, 17. Februar 2026

Liebe Freunde,

vor ein paar Wochen haben wir die Krippen weggeräumt, und die Fastenzeit klopft bereits an die Tür. Vielleicht werden Sie sich wundern, dass unser regelmäßiger Brief, in dem wir Sie über Neuigkeiten aus unserer Produktion von Köstlichkeiten und Kosmetik informieren, sich diesmal dem Thema Fasten widmet. Aber keine Sorge, auch zu unseren Leckereien kommen wir noch.

Das Fasten ist in letzter Zeit wieder in Mode gekommen. Der heutige Lebensstil verbindet es oft mit Diäten und Gesundheitspflege. Es wird zum Symbol der Reinigung, der Befreiung von überflüssigen Pfunden oder der schlechten Gewohnheit unkontrollierten Naschens. Einer der traditionellen Impulse zum Fasten ist auch das Bestreben, die Widerstandskraft gegen die Versuchung der sofortigen Befriedigung körperlicher Bedürfnisse zu stärken. Wer sich regelmäßig etwas versagen kann, begegnet auch echtem Mangel leichter. Dennoch wird das Fasten oft als etwas Negatives und Unangenehmes verstanden, das man erdulden muss, um sich danach umso mehr Genuss gönnen zu können.

Kloster im Winterkleid

Kloster im Nebel

Für unseren Gesetzgeber, den heiligen Benedikt, hat das Fasten jedoch einen anderen Sinn. Es ist die freudige Erwartung des Osterfestes. Auch das Fasten selbst soll in einem freudigen Geist getragen werden. Der Verzicht auf Genüsse soll nicht zur Frustration führen, sondern den Horizont für höhere Sehnsüchte öffnen. Wenn jemand fastet, kann er sich entweder auf seinen Hunger und das konzentrieren, was ihm fehlt, oder er wird sich im Gegenteil bewusst, dass er zum Leben nicht nur körperliche Nahrung braucht, sondern auch geistliche Nahrung, der er den Vorzug geben möchte. So kann er seine Vergänglichkeit erfahren und sich dem Geber seines Lebens zuwenden. Das Fasten hat noch weitere Dimensionen. Es ist ein Akt der Demut, der Liebe und der Selbstverleugnung.

Gemeinschaft

Der heilige Benedikt legt seinen Söhnen auf, zumindest in der Fastenzeit so zu leben, wie sie es aufgrund ihrer Schwäche das ganze Jahr hindurch nicht zu halten vermögen. Er bleibt also nicht nur bei der Aufzählung körperlicher Enthaltsamkeiten. Er weiß gut, dass die körperliche Arbeit wegen ihrer sichtbaren Ergebnisse dazu neigt, in unserem Leben zu viel Aufmerksamkeit in Anspruch zu nehmen. Er weiß auch, dass wir der Arbeit, die uns Befriedigung und ein Gefühl der eigenen Nützlichkeit bringt, leicht den Vorzug vor der geistlichen Nahrung geben.

Daher legt er der ganzen Gemeinschaft auf, dass sich die Brüder während der Fastenzeit täglich zur gemeinsamen Lesung versammeln. Gerade eine ausreichende Zufuhr geistlicher Lektüre ist für ihn das Mittel, das die geistliche Sehnsucht in der Erwartung von Ostern zu wecken vermag. Ist das nicht ein schöner Vorschlag für die Fastenzeit? Zeit zu widmen für eine tiefe Lektüre, die uns auf die wesentlichen Wirklichkeiten des menschlichen Lebens hinweist?

Prozession

Jungfrau Maria  Eisbrechen im Teich

Husky beim Spaziergang

Unserem Abt ist kürzlich sein neuestes Buch auf Tschechisch erschienen. Gerade dieses könnte Sie durch die diesjährige Fastenzeit begleiten. Wir wünschen Ihnen also eine gesegnete Zeit der Vorbereitung auf Ostern, und wenn Sie noch die eine oder andere Köstlichkeit in den Warenkorb legen, verraten wir es niemandem. Denn auch der heilige Benedikt weiß, dass zum Leben die Freude in ihrer ganzen Fülle gehört.

Neues Buch des Abtes

Herzlich

Ihre Mönche